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Elektrosensibilität im medizinischen Kontext
Die zunehmende Nutzung drahtloser Technologien in Alltag, Beruf und Bildung hat die Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern deutlich erhöht. Parallel dazu berichten immer mehr Menschen über gesundheitliche Beschwerden, die sie mit dieser Exposition in Verbindung bringen. Unter dem Begriff Elektrosensibilität (EHS) werden Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsstörungen oder Müdigkeit zusammengefasst, die Betroffene vor allem in der Nähe technischer Geräte wahrnehmen. In der ärztlichen Praxis findet dieses Beschwerdebild bislang jedoch nur geringe Beachtung. Entsprechend wird Elektrosensibilität bei der Abklärung gesundheitlicher Beschwerden in der Regel nicht als Diagnose gestellt.
Ein Gesundheitssystem, das keine konsequente Reduzierung der Strahlenexposition durch Mobiltelefone und drahtlose Technologien verfolgt, berücksichtigt wesentliche Teile der bestehenden wissenschaftlichen Evidenz nur unzureichend. Seit mehr als sechs Jahrzehnten liegen Forschungsergebnisse vor, die biologische und gesundheitliche Effekte elektromagnetischer Felder dokumentieren, einschließlich aktueller Studien der National Institutes of Health (NIH). Hinzu kommen wiederholte Stellungnahmen und Empfehlungen internationaler Wissenschaftler und Ärzte, die einen vorsorglichen Umgang mit hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung anmahnen.
Darüber hinaus hat die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hochfrequente elektromagnetische Strahlung als „möglicherweise krebserregend“ (Gruppe 2B) eingestuft. Weltweit berichten zudem Betroffene über teils erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit akuter oder chronischer Exposition gegenüber drahtlosen Technologien. In der wissenschaftlichen Fachliteratur werden außerdem mögliche DNA-schädigende Effekte elektromagnetischer Felder diskutiert (Quelle: manhattanneighbors.org).
Die Nutzung drahtloser Technologien ist mit potenziellen gesundheitlichen Auswirkungen auf Kinder, Erwachsene, die Umwelt sowie die Gesellschaft insgesamt verbunden. Die vorhandene Studienlage spricht dafür, diese Technologien als relevantes Gesundheitsrisiko zu bewerten und das Vorsorgeprinzip konsequent anzuwenden. Derzeit bestehen jedoch keine ausreichenden, einheitlichen oder verbindlichen Regelungen für eine gesundheitlich sichere Nutzung.
Die Organisation Physicians for Safe Technology stellt wissenschaftliche Analysen, Bewertungen und Empfehlungen für einen verantwortungsvolleren und gesundheitsorientierten Umgang mit digitaler Technologie zur Verfügung.
Mangelnde Kenntnisse über das Mikrowellensyndrom
Sowohl im Gesundheitswesen als auch in der breiten Öffentlichkeit besteht nach wie vor erhebliche Unkenntnis über das Mikrowellensyndrom beziehungsweise Elektrosensibilität (EHS). Aufgrund dieser Wissenslücke ist davon auszugehen, dass viele Fälle nicht erkannt werden und eine hohe Dunkelziffer besteht. Um die Versorgung Betroffener zu verbessern, ist eine gezielte Schulung der Ärzteschaft erforderlich. Darüber hinaus sollte das Syndrom einen einheitlichen ICD-Code erhalten, um die Diagnostik zu standardisieren und künftige Entwicklungen im medizinischen Bereich adäquat berücksichtigen zu können.
Patientinnen und Patienten sollten mit Respekt behandelt, sorgfältig untersucht und medizinisch dokumentiert werden. Die Verringerung oder Beseitigung der relevanten Expositionsfaktoren stellt dabei den zentralen therapeutischen Ansatz dar. Frühzeitige Maßnahmen sind entscheidend, um das Risiko langfristiger gesundheitlicher Schäden oder chronischer Erkrankungen zu reduzieren (Quelle: riotimesonline.com).
Die Anerkennung von EHS als medizinisch relevantes Krankheitsbild erfolgt in der Fachwelt nur langsam. Unterschiedliche Faktoren, darunter wirtschaftliche Interessen von Mobilfunk- und Technologieanbietern, tragen dazu bei, dass die öffentliche und medizinische Wahrnehmung verzögert ist. Für eine fundierte Prävention und Versorgung ist es daher essenziell, dass Ärztinnen und Ärzte, Behörden, Schulen und Eltern über das Thema informiert werden.
Zudem zeigen Studien, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen, darunter Frauen, besonders empfindlich auf elektromagnetische Exposition reagieren können. Hormonelle Unterschiede und spezifische physiologische Eigenschaften des Gehirns könnten hierbei eine Rolle spielen, weshalb besonders vorsorgliche Schutzmaßnahmen angezeigt sind. riotimesonline.com
Unsichtbares Leiden sichtbar machen: Ärzte brauchen Wissen über Elektrosensitivität
Gesundheitsprobleme, die im Zusammenhang mit der Nutzung elektrischer Geräte auftreten, erfordern ein besseres Verständnis der elektromagnetischen Überempfindlichkeit (EHS). Menschen aus allen Teilen der Welt berichten über ähnliche Symptome, darunter:
- Kopfschmerzen und Kopfdruck
- Schwindel oder Benommenheit
- Innerer Stress
- Konzentrationsstörungen
- Herzrasen
Bereits vor mehreren Jahrzehnten wurden vergleichbare Symptome bei Soldaten dokumentiert, die in der Radarkommunikation Mikrowellenstrahlung ausgesetzt waren (Militärstudien). In diesem Zusammenhang wurde der Begriff „Mikrowellenkrankheit“ geprägt. Die Erkrankung tritt in Abhängigkeit von der Exposition gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern auf und kann als durch Umweltfaktoren verursachte Funktionsstörung beschrieben werden.
Ärztinnen und Ärzte werden jedoch in der Regel nicht über die gesundheitlichen Folgen elektromagnetischer Strahlung geschult, noch erhalten sie Richtlinien zur Diagnose oder Behandlung von Überempfindlichkeiten. Dies führt häufig dazu, dass Betroffene fälschlicherweise psychiatrisch eingeordnet werden (irreführende Broschüren der Industrie). Gleichzeitig existiert eine wachsende Evidenz biologischer Mechanismen, die eine plausible Verbindung zwischen hochfrequenter Exposition und neurologischen Beeinträchtigungen unterstützt.
In Schweden wird Elektrosensitivität als funktionelle Beeinträchtigung anerkannt und kann als Behinderung eingestuft werden. Auch die Österreichische Ärztekammer hat Leitlinien für die Diagnose und Behandlung EMF-bedingter Beschwerden veröffentlicht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifiziert EHS als idiopathische Umweltintoleranz – eine Sensitivität gegenüber Umweltreizen wie Lärm, Licht, Chemikalien oder elektromagnetischer Strahlung. Zudem stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC, WHO) am 31. Mai 2011 hochfrequente Mikrowellenstrahlung als „möglicherweise krebserregend“ (Gruppe 2B) ein, da ein Zusammenhang mit Gliomen und Akustikusneurinomen nachgewiesen wurde.
Ursachen der Empfindlichkeit gegenüber EMF-Strahlung

Die Exposition gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (EMF) kann in bestimmten Fällen zu einem klinischen Zustand führen, der als Mikrowellensyndrom oder Elektrosensibilität (EHS) bezeichnet wird. Dieser Zustand ist durch ein komplexes Spektrum an Symptomen gekennzeichnet, die typischerweise nach EMF-Exposition auftreten – häufig selbst bei Werten unterhalb der empfohlenen Referenzgrenzen – und deren Intensität durch eine Reduktion oder vollständige Vermeidung der Exposition abnimmt.
Die rasante Ausbreitung drahtloser Technologien in allen Lebensbereichen wirft zunehmend Fragen nach möglichen Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit auf. Trotz wachsender wissenschaftlicher Hinweise werden gesundheitliche Risiken in politischen und regulatorischen Prozessen vielerorts bislang nur unzureichend berücksichtigt. Teilweise stützen sich Regierungen und Industrie auf veraltete Sicherheitsstandards, die kommerziellen Interessen Vorrang einräumen, während aktuelle Forschungsergebnisse wenig Beachtung finden (Quelle: iemfa.org).
Mehr als 2.000 wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Hochfrequenzexpositionen, einschließlich Mikrowellen, auf zellulärer Ebene Veränderungen hervorrufen können. Dazu zählen unter anderem:
- Beeinträchtigungen der Zellmembranfunktion und der interzellulären Kommunikation
- Veränderungen im Zellstoffwechsel und Aktivierung von Proto-Onkogenen
- Auslösung von Stressproteinen bei Expositionsniveaus unterhalb aktueller Grenzwerte
- DNA-Schäden, Chromosomenaberrationen und Zelltod, einschließlich neuronaler Zellen
- Erhöhte Produktion freier Radikale und vorzeitige Zellalterung
- Aktivierung des endogenen Opioidsystems und zellulärer Stressreaktionen
- Auf der Ebene ganzer Organsysteme wurden unter anderem folgende Effekte dokumentiert:
- Veränderungen der Hirnfunktion, einschließlich Gedächtnisverlust, Lernverzögerungen und kognitiver Leistungsminderung bei Kindern
- Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schlafstörungen
- Verringerung der Melatoninproduktion
- Hinweise auf neurodegenerative Erkrankungen und ein erhöhtes Krebsrisiko
Ähnliche gesundheitliche Auswirkungen wurden auch bei Exposition gegenüber niederfrequenter hochfrequenter Strahlung (50–60 Hz) beobachtet. Zudem besteht ein weitgehend anerkanntes wissenschaftliches Signal für einen Zusammenhang zwischen der Exposition von Kindern gegenüber Hochspannungsleitungen und einem erhöhten Leukämierisiko.
EKG und EEG: Physiologische Signale und ihre Beeinträchtigung durch elektromagnetische Felder
Unser Nervensystem arbeitet mit schwachen elektrischen Impulsen, die durch künstliche elektromagnetische Felder gestört oder überlagert werden können. Sowohl das EKG als auch das EEG beruhen auf diesen elektrischen Signalen und zeigen, wie sensibel unser Körper auf Störungen reagiert.
Um zu verstehen, warum EMF Auswirkungen auf unseren Körper haben können, muss man erkennen, dass der menschliche Organismus aus rund 70 Billionen interagierenden Zellen besteht. Jede Zelle benötigt Nährstoffe für die Energieproduktion, effektive Entgiftung zur Beseitigung von Abfallstoffen und Sauerstoff, um ATP – die zentrale Energiequelle der Zelle – herzustellen. Nur so kann der Körper gesund funktionieren.
Elektrosensibilität ist ein Warnsignal dafür, dass der Körper die Belastungsgrenze erreicht hat. Immer mehr Menschen entwickeln nach längerer Exposition gegenüber künstlicher Strahlung – etwa von Mobiltelefonen oder WLAN – Beschwerden. Zu den häufigsten Symptomen zählen Kopfschmerzen, chronische Müdigkeit, Verdauungsprobleme, Schlafstörungen, Muskelverspannungen, Gedächtnisprobleme, metallischer Geschmack im Mund, Angstzustände, Herzklopfen, Muskelzuckungen und weitere Anzeichen. drlamcoaching.com
Die Zellen wissen, wann sie sich teilen müssen, indem sie vibrieren. Zellen, Gewebe und Organe kommunizieren über bioelektrische Impulse. Wenn Sie sich zum Beispiel ein EKG ansehen, sehen Sie die elektrische Funktion Ihres Herzens. Obwohl sich die westliche Medizin im letzten Jahrhundert auf die Chemie konzentriert hat, ist es die Elektrizität, die unsere Biologie antreibt.
elektrosensibel-ehs.de
Elektromagnetische Felder, die es ermöglichen, Funktionen aufrechtzuerhalten, spiegeln sich wie erwähnt in verschiedenen Tests wider. Das betrifft zum Beispiel das Elektroenzephalogramm (EEG) oder das Elektrokardiogramm (EKG). Jede Zelle im Körper hat eine elektrische Ladung und die Funktion der Zelle basiert auf Elektrizität und Elektronentransfers.
elektrosensibel-ehs.de
Reduzierung der EMF-Exposition als Grundlage für gesundheitliche Stabilisierung
Ein zentraler Schritt zur Unterstützung der Genesung bei elektromagnetischer Überempfindlichkeit (EHS) besteht darin, die Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern (EMF) systematisch zu reduzieren. Dies kann durch technische Maßnahmen erfolgen, wie z. B. die Begrenzung von WLAN- und Mobilfunkgeräten im persönlichen Umfeld, die Nutzung abgeschirmter Räume oder Geräte sowie den Abstand zu Hochfrequenzquellen.
Darüber hinaus ist es wichtig, dass die körperlichen Auswirkungen langfristiger Belastung berücksichtigt werden. Elektromagnetische Felder können Stressreaktionen im Nervensystem, im Herz-Kreislauf-System und auf zellulärer Ebene auslösen. Der Körper kann durch die Kombination dieser Belastungen Toxine und Stressstoffe ansammeln, die die Regeneration verzögern oder Symptome verstärken.
Ein ganzheitlicher Ansatz umfasst daher:
- Reduktion der EMF-Exposition: Minimierung von Hochfrequenzquellen im Alltag.
- Entgiftungs- und Regenerationsmaßnahmen: Unterstützung des Körpers bei der Ausscheidung von Stoffwechsel- und Umwelttoxinen.
- Stressmanagement: Berücksichtigung weiterer Stressfaktoren wie Schlafmangel, psychische Belastung oder chemische Umweltfaktoren, die die Heilung beeinträchtigen können.
- Ernährung und Lebensstil: Eine ausgewogene Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und körperliche Bewegung fördern die körpereigene Widerstandskraft und Regeneration.
Die Kombination aus Reduzierung der EMF-Exposition, gezieltem Stressmanagement und Unterstützung der körpereigenen Entgiftungsprozesse kann die Wahrscheinlichkeit einer Stabilisierung oder Verbesserung der Symptome deutlich erhöhen. Frühzeitige Maßnahmen sind entscheidend, um die Belastung zu minimieren und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.
Mit aktueller Forschung auseinandersetzen: Sicherheitsstandards hinken dem technologischen Fortschritt hinterher
Der rasante Anstieg drahtloser Technologien wird bislang vom medizinischen und öffentlichen Gesundheitssektor nur unzureichend als potenzielle Gesundheitsbedrohung anerkannt. Eine zentrale Ursache dafür ist der starke Einfluss der Industrie, die wirtschaftliche Interessen über Vorsorgeprinzipien stellt und regulatorische Maßnahmen oft blockiert oder verwässert. Dieser Ansatz wird in der Forschung manchmal als „Produktverteidigung“ bezeichnet: Strategien, die darauf abzielen, Risiken kleinzureden, Studien zu verzögern oder Richtlinien zu schwächen, um den Marktzugang und Umsatz zu sichern.
Trotz dieser Widerstände zeigen aktuelle wissenschaftliche Arbeiten zunehmend, dass hochfrequente elektromagnetische Felder, insbesondere bei Langzeit- und Daueraussetzung, gesundheitliche Auswirkungen haben können. Dazu gehören Veränderungen im Nervensystem, Störungen des Herzrhythmus, zellulärer Stress, Schlafstörungen und andere chronische Beschwerden. Über 2.000 Studien dokumentieren diese Effekte, dennoch werden viele Erkenntnisse von Behörden und Industrie noch nicht in verbindliche Sicherheitsstandards umgesetzt.
Ermutigend ist, dass immer mehr Ärztinnen und Ärzte beginnen, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und die gesundheitlichen Risiken offenzulegen. Sie treten damit einen schwierigen, aber wichtigen Kampf für eine evidenzbasierte medizinische Praxis und den Schutz der Bevölkerung an – trotz des Drucks durch kommerzielle Interessen. alerte.ch
Mit der Einführung des Mobilfunks als Massentechnologie begann die Verharmlosung der Risiken. Die Industrie hatte vorausschauend ein selbstreferentielles System von „Schutz“- Organisationen aufgebaut: in der WHO/ der EU/ in Strahlenschutzkommissionen, die sich gegenseitig in personeller Verflechtung bis heute die Unbedenklichkeit bestätigen. In der Studie von Starkey “Ungenaue offizielle Abschätzung der Hochfrequenz-Sicherheit durch die Beratungsgruppe AGNIR“ wird dieses System detailliert aufgedeckt. Dieses von der Industrie aufgebaute Verschleierungssystem nach dem Vorbild der Tabakindustrie ist wissenschaftlich gescheitert, auch wenn Regierungen politisch daran festhalten. 2011 gruppierte die IARC, die Krebsagentur der WHO, die nichtionisierende Strahlung in die Gruppe 2B „Möglicherweise Krebs erregend“ ein- in dieselbe Kategorie wie DDT und Autoabgase. Seit 1990 haben über 80 Studien DNA-Strangbrüche (Erbgutveränderungen) durch elektromagnetische Strahlung im Bereich der Mobilfunkfrequenzen nachgewiesen. Groß angelegte Studien der österreichischen AUVA-Versicherung (ATHEM-Report) und der US Gesundheitsbehörde (NTP-Studie) bestätigen das Krebsrisiko.
paracelsus.de
Die Spitze des Eisbergs
Zu Beginn der Elektrosensitivität (EHS) sind meist hochfrequente elektromagnetische Felder (HF-EMF) die Auslöser. In selteneren Fällen treten zunächst Reaktionen auf niedrige oder sehr niedrige Frequenzen auf, bevor sich die Unverträglichkeit allmählich auf ein breites Spektrum elektromagnetischer Felder ausweitet. Daher muss EHS als ernstzunehmendes Problem der öffentlichen Gesundheit betrachtet werden.
Patienten mit EHS repräsentieren oft nur den sichtbarsten Teil eines viel größeren Schadenspotenzials durch EMF – die eigentliche „Spitze des Eisbergs“. Mit der zunehmenden Verbreitung elektromagnetischer Quellen (Elektrosmog) und der steigenden Exposition wächst die Wahrscheinlichkeit, dass noch viele unerkannte gesundheitliche Auswirkungen auftreten.
Dies bedeutet, dass zahlreiche Menschen bereits Symptome im Zusammenhang mit EMF entwickeln – wie Migräne, Hautreaktionen, Herzrhythmusstörungen, degenerative Neuropathien, chronisches Rheuma, Autoimmunerkrankungen, chronische Müdigkeit oder sogar bestimmte Krebsformen – und medizinische Hilfe suchen, ohne dass ein formelles EHS-Syndrom diagnostiziert wurde. Der kausale Zusammenhang zwischen EMF-Exposition und diesen Erkrankungen ist bisher wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt.
Die Diagnose von EHS zeigt jedoch, dass ein viel schwerwiegenderes Problem der öffentlichen Gesundheit besteht, das von der medizinischen Gemeinschaft, Gesundheitsbehörden und Politik bisher weitgehend unterschätzt wird.
Mögliche pathophysiologische Mechanismen der Elektrohypersensibilität
Wie bei Bakterien, Bienen oder Vögeln zeigt auch der Mensch eine natürliche Sensibilität gegenüber elektromagnetischen Feldern, da in einigen Zellen – insbesondere Nervenzellen – Magnetosomen vorhanden sind. Klinische Erfahrungen und aktuelle Forschung, etwa von ARTAC, deuten darauf hin, dass sich EHS-Patienten von Personen ohne Symptome dadurch unterscheiden können, dass sie einen spezifischen biologischen „Fußabdruck“ erworben haben. Dieser verstärkt die natürliche Elektrosensibilität auf weitgehend irreversible Weise.
Menschen, die gegenüber EMF intolerant sind, entwickeln je nach ihrer angeborenen (genetischen) oder erworbenen (epigenetischen) Anfälligkeit einen Zustand, der in seiner Logik mit Atopie bei Allergikern vergleichbar ist, biologisch jedoch deutlich davon abweicht. Dieses Phänomen wird als „Überempfindlichkeit“ bezeichnet. Wichtig ist, dass der Erwerb dieses Zustands nicht alle Gesundheitsrisiken ausschließt: Eine Person kann EMF-unverträglich sein, ohne elektrohypersensibel zu werden.
Derzeitige Behandlungsansätze – oft in Kombination mit der Reduktion der EMF-Exposition – können die klinischen Symptome der Intoleranz in vielen Fällen lindern. Eine vollständige Heilung der Überempfindlichkeit gelingt jedoch nach aktuellem Wissensstand nur in seltenen Ausnahmefällen. ehs-mcs.org
Mobilfunkindustrie vermittelt Ärzten die Harmlosigkeit von EMF

Trotz des zunehmenden Ausmaßes der Elektrosensitivität unternehmen die Mobilfunkbranche und andere Interessengruppen erhebliche Anstrengungen, das Problem zu verharmlosen. Oft wird behauptet, die Beschwerden seien psychologischer Natur, während physiologische Zusammenhänge kaum untersucht werden. Stattdessen werden überwiegend subjektive Provokationsstudien gefördert, während objektive, biologisch fundierte Studien unterfinanziert bleiben. Dies trägt erheblich zu dem Wissensdefizit bei, mit dem viele Ärztinnen und Ärzte konfrontiert sind. Die Folge: Betroffene werden häufig falsch diagnostiziert und erhalten ungeeignete Behandlungen.
Da die meisten Ärztinnen und Ärzte in EHS nicht geschult sind und sich des Themas oft nicht bewusst sind, wird bei der Schilderung typischer Symptome selten ein Zusammenhang mit EMF-Exposition hergestellt. In einigen Fällen erfolgt die Aufklärung sogar über Materialien der Mobilfunkindustrie selbst – etwa Broschüren, in denen explizit erklärt wird, dass die Beschwerden psychologischer Natur seien. elektrosensibel-ehs.de | nrhz.de | ul-we.de | D. Ärzteblatt
Fortbildung durch die Industrie
„Weshalb erklärt mir mein Arzt nicht, dass meine Beschwerden möglicherweise mit elektromagnetischen Feldern zusammenhängen, sondern schreibt sie stattdessen psychischen Ursachen, Arbeitsstress oder hormonellen Veränderungen wie den Wechseljahren zu?“
Ärzte verstehen vom Einfluss elektromagnetischer Felder auf den Organismus häufig gar nichts. Sie informieren sich auch nicht mehr und besser zu diesem Thema als der Rest der Bevölkerung, weil ihnen oft dazu keine Zeit bleibt. Wenn Ärzte tatsächlich auf einer Fortbildungsveranstaltung zu diesem Thema waren, wurde diese häufig vom IZMF angeboten und durchgeführt, dem „Informationszentrum Mobilfunk“, einer gemeinsamen Einrichtung der Mobilfunkanbieter. Dort wird gelehrt, dass es keine ernst zu nehmenden Hinweise gibt, dass Mobilfunkwellen gesundheitliche Beeinträchtigungen auslösen und dass Hinweise des Patienten, seine Gesundheitsschäden kämen von elektromagnetischen Feldern, psychosomatisch zu werten seien.
elektrosensibel-muenchen.de
Parallelen zur Tabakindustrie?
Würde die Tabakindustrie in ähnlicher Manier verfahren und wissenschaftliches Personal rekrutieren, welches die Ärzteschaft dahingehend “berät“, dass die durch Tabakrauch verursachten Erkrankungen ihrer Patienten auf “psychische“ Ursachen zurückzuführen seien- ein Aufschrei ginge durch die Republik.
PDF, Suzanne Sohmer
Big Pharma – Die Allmacht der Konzerne
Der Dokumentarfilm beleuchtet die enorme Einflussnahme großer Konzerne auf Gesundheitswesen, Forschung und Regulierung. Ab Minute 26:20 wird deutlich, dass die beschriebenen Mechanismen nicht nur für die Pharmaindustrie gelten, sondern in ähnlicher Weise auch auf die Mobilfunkbranche übertragbar sind. Die Strategien der Lobbyarbeit, die Beeinflussung wissenschaftlicher Studien und die gezielte Vermittlung von Sicherheitsbotschaften lassen sich erkennen – unabhängig davon, ob es um Medikamente oder elektromagnetische Felder geht.
Dies verdeutlicht, wie wirtschaftliche Interessen häufig die Wahrnehmung von Gesundheitsrisiken prägen und warum kritische, unabhängige Forschung für die öffentliche Gesundheit unerlässlich bleibt.
Wohin können sich Betroffene wenden?
Immer mehr Menschen entwickeln Beschwerden im Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern, doch in vielen Ländern wird von Ärztinnen und Ärzten keine Verbindung zwischen Symptomen und Strahlung hergestellt. Dadurch haben strahlungsempfindliche Menschen oft keine Anlaufstelle, an die sie sich vertrauensvoll wenden könnten. Ohne offizielle Anerkennung fehlt eine systematische Warnung, während drahtlose Technologien weiterhin flächendeckend genutzt werden. Milliarden werden mit Mobiltelefonen, WLAN-Geräten und Funkmasten verdient – doch die potenziellen gesundheitlichen Folgen werden oft vernachlässigt.
Drahtungsquellen sind dabei nicht nur in privaten Haushalten präsent, sondern auch am Arbeitsplatz und in der Nachbarschaft. Selbst Wände bieten keinen effektiven Schutz vor hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (Quelle: cpld.nl).
Natürlich spricht nichts dagegen, dass Betroffene zunächst ihren Hausarzt aufsuchen. Elektrosensibilität (EHS) ist jedoch bislang wenig bekannt und in der medizinischen Praxis kaum verstanden. Viele Patientinnen und Patienten verlassen die Konsultation enttäuscht, da die vorgeschlagenen Behandlungen ihre Beschwerden nicht berücksichtigen.
Herausforderung: Haftung der Technologiebranche
Ein wesentlicher Grund für die mangelnde Aufklärung von Ärzten liegt in der Haftung der Technologiebranche. Eine klare Anerkennung der gesundheitlichen Risiken oder öffentliche Klagen könnten den fortschreitenden Einsatz drahtloser Technologien und den damit verbundenen wirtschaftlichen Nutzen einschränken. Die Gesellschaft ist zunehmend von den modernen Annehmlichkeiten abhängig, die diese Technologien bieten, wodurch offizielle Vorsorgemaßnahmen oder Schulungen in Elektrosensibilität bisher nur eingeschränkt erfolgen. electrosensitivesociety.com
Ärztliche Leitlinien zur Elektrosensitivität
Wachsende Anzahl evidenzbasierter diagnostischer Verfahren und Behandlungsempfehlungen
In den letzten Jahren wurden zunehmend objektive diagnostische Verfahren und Leitlinien für die Diagnose und Behandlung von Elektrosensitivität (ES) entwickelt. Ein zentraler Meilenstein ist der Europäische EMF-Leitfaden 2016, erstellt von der EMF-Arbeitsgruppe der Europäischen Akademie für Umweltmedizin (EUROPAEM). Der Leitfaden wurde von Ärztinnen und Ärzten weltweit übernommen und soll das Erkennen und die Behandlung von Elektrosensibilität erleichtern. Die Arbeit wurde in der internationalen Fachzeitschrift Reviews on Environmental Health veröffentlicht und enthält unter anderem wichtige Empfehlungen zur Prävention. Sie baut auf früheren Leitlinien der Österreichischen Ärztekammer auf.
In jüngerer Zeit hat die EMF-Arbeitsgruppe der „Europäischen Akademie für Umweltmedizin (EUROPAEM)“ den Europäischen EMF-Leitfaden 2016 zur Diagnose und Behandlung von ES veröffentlicht. Der Leitfaden wurde von Ärzten auf der ganzen Welt übernommen. Er soll das Erkennen und Therapieren von Elektrosensibilität erleichtern. Die Arbeit wurde in der internationalen Fachzeitschrift „Reviews on Environmental Health“ veröffentlicht. Er enthält u.a. wichtige Informationen zur Prävention. Diese Richtlinien folgen früheren Richtlinien der Österreichischen Ärztekammer.
Der EUROPAEM-Leitfaden basiert auf drei zentralen Prinzipien:
- Korrelation von Ursache und Symptomen – Die Fähigkeit, den Zusammenhang zwischen EMF-Exposition und Beschwerden herzustellen, ist ein grundlegendes Instrument jeder medizinischen Diagnose.
- Objektive Biomarker und diagnostische Tests – Ergänzend zur Anamnese ermöglichen diese Verfahren eine evidenzbasierte Bewertung der Symptomatik.
- Ausschluss anderer Ursachen – Vor der Diagnose werden alternative medizinische Ursachen sorgfältig überprüft.
Der Leitfaden bietet einen umfassenden Überblick zur Beurteilung von Personen mit möglicher EHS: Anamnese, körperliche Untersuchung, Labortests, Messung der EMF-Exposition sowie Empfehlungen zu Prävention, Reduzierung der EMF-Belastung, Diagnose und Therapie.
Leitfaden
- EUROPAEM – Europäische EMF-Leitlinie 2016 (europaem.eu, egku.eu)
- Bietet einen umfassenden Überblick zur Beurteilung von Personen mit möglicher Elektrosensitivität (EHS). Enthalten sind Empfehlungen zu Anamnese, körperlicher Untersuchung, Labortests, Messung der EMF-Exposition, Prävention bzw. Reduzierung der EMF-Belastung sowie Diagnose und Behandlung.
- Leitlinie der Österreichischen Ärztekammer (baubiologie.or.at)
Richtet sich an Ärztinnen und Ärzte zur Abklärung und Therapie EMF-bezogener Beschwerden und Erkrankungen. Die Leitlinie bietet praxisnahe Empfehlungen zur Diagnostik und Behandlung. (Diagnose Funk berichtet) - CSN Deutschland – Ärzteinformationen zu Umwelterkrankungen (csn-deutschland.de)
Stellt medizinisches Fachwissen zu Umwelteinflüssen und EHS zur Verfügung, einschließlich Diagnosekriterien, Behandlungsmöglichkeiten und Präventionsmaßnahmen.
Ärzte sind in erster Linie auf Reparatur, nicht Prävention ausgerichtet
Viele Menschen wissen, wie sie ihr Auto, ihr Boot oder ihr Haus warten und im Bedarfsfall reparieren können – über ihren eigenen Körper hingegen herrscht oft Unkenntnis. Deshalb wenden sich viele an Ärztinnen und Ärzte, sobald Schmerzen oder Beschwerden auftreten, deren Ursache ihnen unklar ist.
Man kann sich das bildlich vorstellen: Stolpert ein Kind über seine Schnürsenkel, könnte man ihm einfach ein Pflaster auf die Schürfwunde kleben. Alternativ könnte man ihm aber auch erklären, warum es gestolpert ist und wie es künftige Verletzungen vermeiden kann. Genau hier zeigt sich ein grundlegender Unterschied: Ärztinnen und Ärzte sind primär auf die Reparatur von Problemen trainiert, nicht auf deren Prävention.
Obwohl immer mehr Medizinerinnen und Mediziner eigeninitiativ Weiterbildungen absolvieren, ist das Thema Elektromagnetismus noch nicht Teil der regulären Ausbildung. Viele Ärztinnen und Ärzte verfügen daher nicht über das nötige Fachwissen. Das führt häufig zu diffusen Diagnosen wie „Virus am Gleichgewichtsnerv“ oder psychischen Störungen. Die Beschwerden werden bestenfalls symptomatisch behandelt – ein „Pflaster auf die Wunde“ – während die eigentliche Ursache unbekannt bleibt. folkets-stralevern.no
Ärzte warnen: Delegation wendet sich an das Staatsministerium
Übergabe eines Offenen Briefes zu 5G in Stuttgart | 70 Ärzte aus Baden-Württemberg haben den offenen Brief an Ministerpräsident Kretschmann unterschrieben. Darin verweisen die Mediziner auf das Krankheitsbild Elektrohypersensibilität (EHS), das Studien zufolge bereits 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung betrifft und das von Mobilfunk- und WLAN-Strahlung verursacht wird. Außerdem werden im offenen Brief mehrere relevante intern. Studien zur krebsfördernden und -auslösenden Wirkung zitiert. Die Forderung der Ärzte an Kretschmann lautet, die Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern– dem sogenannten Elektrosmog – zu minimieren.
diagnose-funk.org
Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW unterstützt die Forderung von 70 Ärzt*innen aus Baden-Württemberg nach einem 5G-Moratorium.
diagnose-funk.org
- medizinpopulaer.at/ baubiologie.or.at | Ärztekammer Wien warnt vor den Risiken
- esanum.de | Das Ärztenetzwerk: Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und Krankheiten
- emfrefugee.blogspot.com | Freiburger Appell: 6000 Ärzte unterzeichneten
- stiftung-pandora.eu | Das deutsche Ärzteblatt im Dienste der Mobilfunkindustrie
Ein neues Krankheitsbild: Das Mikrowellensyndrom
Die Grenzwerte sind keine Sicherheit
Dr. med. Cornelia Waldmann-Selsam: Elektrosensibilität ist seit vielen Jahrzehnten bekannt, erforscht und ein weltweit zu beobachtendes Phänomen. Das Beschwerdebild ist von Patient zu Patient verschieden und steht in Abhängigkeit von der individuellen Reaktionslage, Lebensalter, Dauer und Intensität der Belastung, Vorschädigungen und schon bestehenden anderen Erkrankungen. Ebenfalls von gleichzeitig auftretenden anderen Belastungen und von den Möglichkeiten der Erholung und Entlastung. Allerdings kristallisieren sich immer mehr Schwerpunkte der Beschwerden und typische Anfangsreaktionen heraus. („Ein neues Krankheitsbild: Das Mikrowellensyndrom“ der Ärzteinitiative Bamberger Appell, Dr. med. Waldmann-Selsam). diagnose-funk.org
Die gepulsten hochfrequenten elektromagnetischen Felder (von Mobilfunksendeanlagen, schnurlosen DECT-Telefonen, Handy, WLAN u.a.) führen weit unterhalb der gültigen Grenzwerte zu einem neuen, vielschichtigen Krankheitsbild mit charakteristischer Symptomenkombination.
diagnose-funk.org
Dr. med. Wolf Bergmann
Elektrosensibilität ist nicht mit einfachen, schnellen Tests und ohne Spezialkenntnisse diagnostizierbar. Daher fehlt es sehr vielen Ärzten im Alltag an einer Wahrnehmungsfähigkeit dieses komplexen Krankheitsbildes. Meiner Erfahrung nach ist es zudem für viele Ärzte kaum vorstellbar, was eine solche Behinderung für das Alltagsleben für einschneidende Bedeutung hat. So ist etwa eine Patientin oft gezwungen, auf einem Brett über der Badewanne zu schlafen, weil im Badezimmer relativ weniger Strahlung herrscht. Wer von so etwas berichtet, wird rasch als geistig gestört eingestuft.
archive.org
Weitere Informationen

US-Radioonkologen hinterfragen Strahlungssicherheit
Ein Stopp des Ausbaus der 5G-Mobilfunkstruktur fordern Mediziner des „Ärztearbeitskreises digitale Medien Stuttgart“ in einem offenen Brief vom 28.08.2018 an den Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Scheuer. Sie weisen auf die Studienlage hin und auf das Schicksal der elektrohypersensiblen Menschen, denen durch den geplanten lückenlosen Funkausbau die Lebensgrundlage entzogen wird.
Ärztekammern fordern WLAN-freie Schulen und Kindergärten
Die Zunahme von Funksystemen in Kindergärten und Schulen ist dramatisch. Lehrer, Rektoren und KITA Personal sind sich nicht bewusst, was hier den Kindern angetan wird. Meist ist Unwissenheit im Spiel oder mangelndes Interesse der Einrichtungsleitungen. Am 11.11.2017 wurde ein gemeinsames Positionspapier der folgenden Ärztekammern verfasst, in dem ein WLAN-Verbot an Kindergärten und Schulen gefordert wird:
- Zyprischen Ärztekammer
- Österreichischen Ärztekammer
- Ärztekammer für Wien und des
- Zyprischen Nationalen Komitees für Umwelt und Kindergesundheit (CNCECH)
Bundesärztekammer widerspricht den Verharmlosungen der Bundesregierung
Bericht: docplayer.org (Seite 8; Punkt 2.9)
Die bisher zurückhaltende Bundesärztekammer legte in der Fachzeitschrift „Technikfolgenabschätzung -Theorie und Praxis“ offiziell Protest ein, verfasst von Prof. Andreas D. Kappos (stv. Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Umwelt der Bundesärztekammer):
docplayer.org
„Die Ergebnisse des DMF können somit nicht als Beleg für die Nichtexistenz athermischer Wirkungen der elektromagnetischen Felder interpretiert werden. Seit der Beobachtung des sogenannten „Radiowellen-Syndroms“ durch Erwin Schliephake 1932… wurde, wie oben angedeutet, eine große Anzahl von Arbeiten publiziert, die funktionelle Gesundheitsstörungen im Zusammenhang mit der Exposition durch hochfrequente elektromagnetische Strahlung beschreiben. Ebenso existieren plausible pathophysiologische Erklärungsmodelle nicht-thermischer Wirkungen auf die komplexen Regulationsmechanismen des menschlichen Organismus. Diese sind nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen. Eine umfangreiche Zusammenstellung aus alternativmedizinischer Sicht findet sich z.B. bei Hecht (2008). Für die Ärzteschaft ergeben sich für den Umgang mit eventuellen gesundheitlichen Risiken aus der massenhaften Verbreitung des Mobilfunks und der daraus resultierenden exponentiellen Zunahme der Exposition der gesamten Bevölkerung mit elektromagnetischer Strahlung die Aspekte „Prävention“ und „Elektrosensibilität“, die besondere Bedeutung besitzen.“
docplayer.org
Artikel
- oedp.de | „Elektrosensibilität ist eine Volkskrankheit“
- lequotidiendumedecin.fr | Eine Ärztegruppe fordert die Anerkennung der Elektrosensibilität (Französisch). Auszug:
Rund 50 Ärzte und Angehörige der Gesundheitsberufe haben die Regierung aufgefordert, Elektrosensibilität als Krankheit anzuerkennen. Der Aufruf erfolgte im Anschluss an ein Kolloquium in der Nationalversammlung über die mutmaßlichen gesundheitlichen Auswirkungen elektromagnetischer Wellen am Donnerstag, den 11. Februar, das von den grünen Abgeordneten Laurence Abeille und Michèle Rivasi initiiert wurde.
lequotidiendumedecin.fr



